Schleusen

Einschleusen und Ausschleusen – für Sehleute immer wieder ein spannender Vorgang. Man sieht nicht nur die vielen kleinen und großen Schiffe aus aller Herren Länder, sondern kann auch den Festmachern bei ihrer harten Arbeit zusehen. Die großen Schleusenanlagen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau sind technische Meisterbauwerke. Sie schließen den Kanal an beiden Enden gegen die wechselnden Wasserstände der Elbe bzw. der Ostsee ab, und
zwar jeweils eine Neue und eine Alte Doppelschleuse. Die beiden Schleusen eines Paares liegen parallel nebeneinander; in der Regel wird eine Schleuse für die Einfahrt, die andere für die Ausfahrt benutzt. Die Neuen Schleusen haben 310 m nutzbare Länge und 42 m nutzbare Breite. Der zulässige Tiefgang beträgt im allgemeinen 9,5 m. Die alten Schleusen haben eine nutzbare Länge von 125 m und eine nutzbare Breite von 22 m; der zulässige Tiefgang beträgt in Brunsbüttel 6 m in Holtenau 7 m. Außerhalb der Schleusen liegen die Vorhäfen, innerhalb der Schleusenanlagen erweitert sich der Kanal an beiden Enden zu geräumigen Binnenhäfen, in denen auch größere Schiffe an Kaimauern oder Dalben festmachen können.

TIPP:
Sowohl die Schleuse in Kiel-Holtenau als auch die in Brunsbüttel freuen sich über Besucher. In beiden Anlagen machen Ausstellungen mit der Geschichte, der Technik und dem Verkehr auf dem Kanal bekannt. Und Führungen gibt es auch. Infos: WSA Brunsbüttel 04852-8850, WSA Kiel-Holtenau 0431-360 3407.


Jahrhunderbauprojekt: Neubau einer dritten großen Schleuse in Brunsbüttel

Weil die Großen Schleusen mit ihren 100 Jahren zunehmend reparaturanfälliger
werden und um Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs auf der meistbefahrenen künstlichen Seeschifffahrtsstraße der Welt zu verhindern, wird in Brunsbüttel eine dritte große Schleuse gebaut. Standort: zwischen den beiden großen Schleusen, ehemals die sogenannte Schleuseninsel.

Aufgrund der Insellage wird es eng und es ergeben sich spezielle Anforderungen an die Baustellenlogistik: Jeder Arbeiter, jeder Sack
Zement, jede Maschine – alles muss auf dem Wasserweg transportiert werden.
Nach umfangreichen Vorarbeiten sind die Arbeiten für den Bau der 5. Schleusenkammer in vollem Gange.

Für den Bau der 14 Meter tiefen und 45 mal 360 Meter großen Kammer werden rund 1,7 Mio. Kubikmeter Boden bewegt, ca. 115.000 Kubikmeter Stahlbeton und rund 25.000 Tonnen Spundwand stahl verbaut. Bei Einhaltung des Zeitplans soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 das erste Schiff durch die neue Kammer geschleust werden können. Voraussichtlicher Bauabschluss der kompletten Maßnahme: 2021, Gesamt kosten des Mammut projektes: rund 540 Mio. Euro.

Infos: www.wsv.de/wsa-bb/aktuelles/projekte

Sehenswert auch ...

... die Schleusen-Aussichtsplattform Kiel-Wik. Beobachten Sie den Schleusenvorgang direkt an der großen Schleusenkammer in Kiel-Wik. Von hier aus haben Sie auch einen guten Blick auf den Binnenhafen und die Holtenauer Hochbrücke. Weitere Infos finden Sie >>hier